banner6_web.jpg

Hochzeit

 

Was bei der Trauung geschieht

 

Beziehung auf Dauer

Es ist Gut, wenn Menschen dauerhafte und feste Beziehungen miteinander eingehen wollen. Dem Verbindlichen Miteinander von Mann und Frau in der Ehe gilt Gottes Verheißung. In der Kirche wurde und wird zu Beginn der Ehe ein Gottesdienst gefeiert:

Vor den Angehörigen Verwandten, Freunden und der Gemeinde bringt das Brautpaar seinen Willen zu einer dauerhaften Gemeinschaft zum Ausdruck und bittet um den Beistand Gottes, dass dieses Vorhaben gelinge. Er verheißt seinen Segen und gibt die Zusage, in guten und in schlechten Tagen bei den Menschen zu sein. Im Vertrauen darauf geben Frau und Mann ihr gegenseitiges Versprechen, zusammenbleiben zu wollen, in Liebe zueinander zu stehen und einander zu helfen.

 

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Für das eigene Reifen und für das Wachsen von Beziehungen zwischen Menschen ist es wichtig, dass Fragen nach der Zukunft und der Gestaltung des Zusammenlebens gestellt und geklärt werden. Solche Gedanke und Gespräche gehören in das Umfeld der kirchlichen Trauung. Paare sollten sich bei dieser Entscheidung genügend Zeit nehmen, miteinander zu überlegen und zu reden.

Die Entscheidung für die Ehe zeugt von gegenseitigem Vertrauen: Ich habe Vertrauen zu Partnerin, zum Partner, dass ich mit ihr/ihm diesen weitreichenden Schritt tun kann. Ich erlebe Vertrauen als Bestätigung und Anerkennung, als Stärkung des Zutrauens, das ich zu mir selbst haben kann. Also trauen wir uns.

 

Krisen miteinander meistern

Dennoch gibt es für jede Ehe Risiken, ob sie in den Lebensverhältnissen liegen oder in unserem eigenen Wesen. Menschliche Beziehungen sind brüchig und gefährdet. Viel gemeinsame Wege, an deren Anfang Liebe und Zuneigung standen, gehen dann doch auseinander.

Der Satz aus dem Trauversprechen "Ja, mit Gottes Hilfe" ist keine Garantie für ein problemloses Zusammenleben. Aber in ihm steckt die Verheißung, dass es gelingen kann, auch Krisensituationen gemeinsam zu verarbeiten und zu bewältigen. Eine Ehe ist mehr als die Summe der Gaben und Fähigkeiten zweier Menschen.

 

Begleitung durch andere

Eine Partnerschaft braucht Begleitung und Unterstützung - von Gott und den Mitmenschen. Zur kirchlichen Trauung gehört deshalb die Festgemeinde, gehören Menschen, die das Hochzeitspaar schon bisher begleitet haben und zukünftig in unterschiedlicher Weise mitgehen werden.

Für Eltern ist dieser Tag von besonderer Bedeutung: Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen sie ihr Kinder endgültig loslassen, deren Selbstständigkeit bejahen und soe ihren eigenen Weg finden lassen. Die gemeinsame Feier zeigt: Die Familien, der Freundes- und Bekanntenkreis akzeptieren die Entscheidung des Paares, ihre Beziehung auf Dauer zu leben und tragen sie mit.

 

Das Trauversprechen

Am Standesamt wird die Ehe rechtsgültig geschlossen. Das besondere der kirchlichen Trauung liegt in der Verkündigung Gottes Wort zur Ehe, der Bitte um Gottes Beistand und Begleitung und im Zuspruch seines Segens. Darauf zielen die Worte: "Ja, mit Gottes Hilfe", mit denen die Partner auf die Traufrage antworten. Die Traufrage kann an beide Partner gemeinsam gerichtet werden oder auch nacheinander an jeden einzeln. Ebenso kann die Antwort gemeinsam oder einzeln gegeben werden.

(Namen), Gott hat euch einander anvertraut. Wollt ihr als Eheleute einander lieben und ehren und die Ehe nach Gottes Gebot und Verheißung führen, in guten und in bösen Tagen, bis der Tod euch scheidet, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.


Oder das Brautpaar kann das Versprechen auch in einer gegenseitigen oder gemeinsamen Erklärung vor der Gemeinde geben:

(Name), ich nehme dich als meine Ehefrau/meinen Ehemann aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen, solange wir leben. Dazu helfe mir Gott.

 

 

Was Sie zur Trauung wissen sollten

 

Vorbereitung

Es ist wichtig, so früh wie möglich mit der Pfarrerin/dem Pfarrer am Wohnort eines der beiden Partner Verbindung aufzunehmen. Wenn gute Gründe für die Wahl einer anderen Pfarrerin/ eines anderen Pfarrers oder einer anderen Kirche sprechen, so lässt sich das klären.

Zu reden ist vor allem über die Gestaltung der Feier. Mitwirkung der Brautleute ist dabei erwünscht und willkommen, etwa bei der Wahl der Bibelworte und der Lieder, auch in Form einer Beteiligung bei den Gebeten - es ist ja Ihr Gottesdienst. Das Brautpaar kann sich einen Trauspruch wählen, der die beiden durch das Leben begleitet und ihnen Möglichkeiten für die Gestaltung des gemeinsamen Lebens eröffnet. Daneben sind organisatorische Absprachen erforderlich, zum Beispiel über die Musik oder über den Schmuck in der Kirche.

 

Trauung - nur für Mitglieder?

Nein. Gehört ein Partner einer anderen christlichen Kirche an, dann ist das kein Hindernis für eine Trauung.

Die damit zusammenhängenden Fragen sollen offen besprochen werden. So sehr unterschiedliche Konfessionszugehörigkeit das Gespräch befruchten kann, so leicht kann es auch Konflikte geben. Besonders, wenn Kinder kommen, sind Entscheidungen nötig.

Ist ein Partner römisch-katholisch, so gibt es die "gemeinsame Trauung", gewöhnlich als "ökumenisch" bezeichnet. Hier wird ein katholischer Pfarrer um Mitwirkung gebeten. Auch wo darauf verzichtet wird, empfiehlt es sich, diesen aufzusuchen. Mit seiner Hilfe wird der Antrag auf "Befreiung von der Formpflicht" ans Ordinariat gestellt. Dadurch bleibt dem katholischen Pfarrer die Zulassung zu den Sakramenten in seiner Kirche erhalten.

Gehört ein Partner keiner Kirche an, so muss auf die Bitte um Gottes Segen nicht verzichtet werden. Es gibt dafür den "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung", der in seiner Form einer Trauung ähnlich ist. Nur wird hier vermieden, von dem konfessionslosen Partner Aussagen zu verlangen, die eindeutig christliche Glaubensvorraussetzungen haben. Für diesen Gottesdienst "anlässlich einer Eheschließung" bedarf es einer kirchlichen Genehmigung.

 

Wenn ein Partner geschieden ist

Früher war die kirchliche Trauung einer zweiten Ehe nur selten möglich. Auch heute ist die Ehe unter Christen auf Dauer angelegt. Wenn eine Ehe dennoch scheitert hoffen wir auf die Barmherzigkeit und die Vergebung Gottes.

Das Misslingen einer Ehe muss erst verarbeitet werden, bevor eine neue Ehe verantwortlich eingegangen wird. Auch sie steht unter dem Segen Gottes. In der evangelischen Kirche gibt es hier keine Gesetze, sondern Regeln, die seelsorgerischen Spielraum lassen.

 

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema können Sie sich auch gerne an das Pfarramt wenden.

Go to top