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1948 -1955: Neue Zeit - neue Aufgaben

 

Nach dem Tiefpunkt der Not im Jahre 1947 begann mit dem Jahr 1948 die Entwicklung, die die Lage unseres Volkes bis in die Gegenwart bestimmen sollte. Mit der Wahrungsreform dieses Jahres wurden die Grundlagen für wirtschaftliche Gesundung, zugleich allerdings auch für das Auseinanderdriften der beiden nach der Berlinblockade 1949 entstehenden deutschen Teilstaaten Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik gelegt.

Wie viele Gemeindeglieder nützte auch Pfarrer Dr. Eichner die neugewonnene Bewegungsfreiheit zu Campingfahrten ins westliche Ausland, deren überreiche Fülle an Erlebnissen und Erfahrungen er Jahr für Jahr in den folgenden Herbstmonaten mit herrlichen Farbdiavorträgen der ganzen Gemeinde in lebendiger und humorvoller Weise zu vermitteln verstand. Diese Ausweitung und Bereicherung des Bildes der Welt mit ihren wunderbaren Schönheiten ist für viele Gemeindeglieder unvergesslich und allen Dankes wert.

Dazu kam ab 1952 noch die Tatsache, dass Dr. Eichner in Zusammenarbeit mit StR Jakob die Öffentlichkeitsarbeit der neu gegründeten Evangelischen Filmgilde auch für unsere Gemeinde wie für alle Gemeinden Nürnbergs fruchtbar zu machen bemüht war. Das Bestreben war in erster Linie darauf gerichtet, besonders wertvolle Filme zu bieten und ihre Aussage in einer anschließenden Diskussion kritisch zu erarbeiten.

1952 kam es am 13. Juli auch zum ersten großen Gemeindeausflug mit 500 Personen nach Rummelsberg, der dort Jung und Alt bei ernster Besinnung sowie bei fröhlichem Singen und Spielen vereinte.

Die Kirchenvorstandswahl im November gesellte den Herren Wolfer, Strunz, Schneller, Eirich, Rettig noch die Herren Lippmann, Rückel, Meyer, Hähnlein und Schall er sowie die Damen Else Schilffahrt und Hedwig Vogelgesang hinzu.

Die ersten Auswirkungen des heute schon wieder goldene Vergangenheit darstellenden Wirtschaftswunders" hatten Zerzabelshof1953 so wachsen lassen, dass Dr. Eichner im „Auferstehungsboten" vom Januar 1954 neben den neuen Bewohnern an der Passauer-und Siedlerstraße vor allem auch die neuen Gemeindeglieder aus der Siedlung für die Beamten der neugegründeten Bundesanstalt auf dem Gelände der ehemaligen "KdF-Stadt" zwischen Valznerweiher- und Regensburger Straße herzlich begrüßen konnte.

Nach zweieinhalbjährigem Planen und Bemühen und einer Bauzeit von einem halben Jahr konnte am Sonntag, dem 17. Oktober 1954 nachmittags um 16.30 Uhr der so lang ersehnte schöne neue Gemeindesaal in einer erhebenden Einweihungsfeier durch OKR D. Schieder und Herrn Dekan KR Dr. Giegler eingeweiht und zum inneren Aufbau der Gemeinde als zweite Säule des Gemeindelebens in Gebrauch genommen werden.

Notkirche_Grosser_Saal_webAm 1. März 1955 schied Pfarrer Hofrichter, der am 14. Mai 1951 als Vikar erstmals in unserer Kirche gepredigt hatte, aus unserer Gemeinde, deren 2. Sprengel er im letzten halben Jahr betreut hatte. An seine Stelle trat Vikar Kräutlein, der mit viel guter Resonanz dreieinviertel  Jahre in Zerzabelshof wirkte, bevor er am 14. Juni 1959 mit seiner jungen Frau in das brasilianische Missionsfeld ging - von Pfarrer Dr. Eichner und der Gemeinde schweren Herzens, aber doch mit den besten Segenswünschen verabschiedet. Vom Gemeindesaal zur neuen Kirche.

Im "Auferstehungsboten" vom November 1955 kündigte Pfarrer Dr. Eichner die Einführung von Frauen- und Mütterabenden an, die in der ständig gewachsenen Gemeinde mit vielen alleinstehenden Frauen ein dringendes Bedürfnis geworden waren. Sie sollten zunächst einmal, später zweimal im Monat stattfinden.

Am 22. September 1957 feierte die Gemeinde den 25. Geburtstag unserer Notkirche, von der Dr. Eichner schrieb, sie habe in ihrer Schlichtheit etwas Gemeinschaftsbildendes und -bindendes. "Alles redete und predigte an dieser Kirche."

Mit dem Jahresende verließ unser hochverdienter Organist Heinrich Schuhmann nach zehnjährigem Dienst in unserer Gemeinde den Vorort Zerzabelshof, um den Organistendienst in der Christuskirche zu übernehmen.

In den neuen Kirchenvorstand, der am 7. Dezember 1958 eingeführt und verpflichtet wurde, waren gewählt worden: Justine Fickenscher, Fritz Hähnlein, Helmut Hörlbacher, Leo Lades, Simon Meyer, Hans Rapp, Emil Rettig, Georg Rückel, Walter Schaller, Hans-Heinrich Schmidt, Fritz Schneller und Friedrich Struntz.

Ihre vornehmste Aufgabe sah Dr. Eichner in der Mithilfe beim Bau der neuen Kirche.

Den neuen Stadtvikar Manfred Erstling begrüßte Dr. Eichner 1960 mit dem Wunsche, er möchte der Gemeinde hoffentlich wieder einmal für einige Jahre gegönnt sein. Der Wunsch sollte glücklicherweise in Erfüllung geben: erst am 1. August 1963 wurde er als Pfarrherr nach Burgbernheim gerufen.

Wie beliebt damals die Gemeindeweihnachtsfeier war, in deren Mitte ein Weihnachtsspiel der Gemeindejugend stand, von Vorträgen des rührigen Posaunenchors umrahmt, zeigt die Tatsache, dass sie zweimal, am Samstag, den 17. und am Sonntag, den 18. Dezember, ein volles Haus brachte. Die Gemeinde war inzwischen allerdings auch auf 6500 Seelen angewachsen. Im "Auferstehungsboten" vom Januar 1961 konnte Dr. Eichner mitteilen, dass der geplante Neubau der Auferstehungskirche mit der Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs in seine entscheidende Phase getreten war.

Am 16. Februar 1961 konnte unser Posaunenchor unter seinem umsichtigen Leiter Helmut Hörlbacher sein 15jähriges Bestehen feiern. Seine Mitgliederzahl hatte sich seit 1946 auf 13 Personen erhöht.

Das naturgetreue Modell und die endgültigen Pläne für den Kirchenneubau wurden im Frühjahr 1962 im Gemeindesaal ausgestellt, nachdem sich dieser Entwurf von Architekt Engelhardt im Verlaufe einer recht intensiven Auseinandersetzung schließlich mit seiner klaren Gestaltung und edlen Schlichtheit als würdiges Gotteshaus durchgesetzt hatte.

Einen Tag nur vor dem durch eine Kette von Schwierigkeiten immer wieder verzögerten Baubeginn starb im April derjenige Mann an einem Herzschlag, der dank des günstigen Voranschlags mit der Ausführung des Rohbaus betraut war: Kirchenvorstandsmitglied Baumeister Edmund Hähnlein, der in der Erstellung des neuen Gotteshauses die Krönung seines Lebens gesehen hatte.

Eichner_Grundstein_webDie feierliche Grundsteinlegung der neuen Auferstehungskirche konnte dann am Sonntag, den 17. Juli 1963, um 10.45 Uhr nach dem von Dekan KR Kelber gestalteten Festgottesdienst von Kreisdekan OKR Dr. Giegler vollzogen werden. Kirchenchor und Posaunenchor umrahmten die Weihehandlung in würdigster Weise.

Am 18. August dieses Jahres predigte erstmals der neue Stadtvikar G. Weinmair aus Würzburg - der achte Vikar seit Dr. Eichners Amtsantritt - in unserer Gemeinde.

Im letzten "Auferstehung boten" des Jahres sieht sich D r. Eichner genötigt, für die rasch wachsende Gemeinde, deren Gesicht vor allem durch die Umwandlung des ruhmreichen Sportparks des 1. FCN in eine Parkwohnsiedlung mit alles überragenden Hochhäusern ganz neue Züge gewinnt, neue Gemeindeglieder  werben, die bereit sind, den äußerst wichtigen Dienst einer Gemeindehelferin oder -helfers w übernehmen.

Den vielen neuzugezogenen Gemeindegliedern gilt zu Beginn des für die Auferstehungsgemeinde so wichtigen Jahres 1964 der persönliche Gruß des 1. Pfarrers wie der ganzen Gemeinde.

In der Februarnummer des Gemeindeboten berichtet dann Dr. Eichner unter der Überschrift "Die Auferstehungsgemeinde braucht einen Kindergarten" davon, dass aus den Reihen der in die neuen Siedlungsgebiete zugezogenen jungen Ehepaare die Frage nach einem evangelischen Kindergarten immer wieder herangetragen wurde. Er erwägt dabei die Möglichkeit, dessen Bau auf den Fundamenten der bald abzubrechenden Notkirche w errichten. Im Kirchgarten würden die Kinder schließlich ein ideales Gelände zum Spielen haben.

Die schnell eingehenden Anmeldungen ließen einen Kindergarten für rund 100 Kinder wünschenswert erscheinen.

Inzwischen waren am 13. April 1964 die vier neuen Glocken, deren Guss in dem hessischen Ort Sinn am 14. Januar nach einer 6-stündigen, von Glatteis gefährdeten Omnibusfahrt eine Abordnung der Gemeinde beigewohnt hatte, feierlich mit Posaunenklang und Gemeindegesang eingeholt worden. Die Aufschriften der ehernen Glocken mahnen die Auferstehungsgemeinde eindringlich:

Die 1. Glocke: Christus spricht: "Ich bin die Auferstehung!"

Die 2. Glocke: Christus spricht: "Ich bin das Leben!"

Die 3. Glocke: Christus spricht: "Wer an mich glaubt, wird leben!"

Die 4. Glocke: Christus spricht: "Wer an mich glaubt, wird nimmermehr sterben!"

Während der Turm der neuen Kirche emporwuchs, war im Laufe des Sommers noch sehr viel für die Innenausstattung des Gotteshauses zu tun. Die Spenden-und Opferbereitschaft der Gemeinde war auch hier wieder einfach bewundernswert.

Am 18. Sonntag nach Trinitatis, dem 27. September 1964, war es dann so weit. Nach einem letzten Wochenschlussgottesdienst in der alten Notkirche am 26. September, um 19.30 Uhr mit anschließendem hl. Abendmahl nahm am folgenden Sonntag um 8.30 Uhr Pfarrer Dr. Eichner mit der Gemeinde von der alten Auferstehungskirche Abschied, um dann um 9 Uhr in einem feierlichen Festzug von der Notkirche zur neuen Auferstehungskirche zu ziehen.

Im Blick auf den Weg von 1932 bis 1964 hatte Dr. Eichner im "Auferstehungsboten" geschrieben: "Das traute Kirchlein war die bergende Arche, hinter der eine kleine Gemeinde unter Gottes Wort wachsen, zusammenwachsen und groß werden durfte .. . Gottes Haus und Pforte des Himmels, das durfte unser altes Kirchlein sein, dafür sind wir beim Umzug von Herzen ergriffen dankbar. Ich glaube, wir können für unsere neue Auferstehungskirche gar keinen anderen Gebetswunsch haben als den, dass die neue Kirche das werde und bleibe, was die alte Kirche war; Ort der Gegenwart und Offenbarung Gottes und Pforte des Himmels, den der Auferstandene auftut."

Von diesem Wunsch zutiefst erfüllt, zog dann nach der Schlüsselübergabe die von herzlichem Dank gegenüber Gott dem Herrn bewegte Festgemeinde in das neue Gotteshaus ein, das in seiner großartigen Schlichtheit alle sogleich in seinen Bann zog, die die Würde, Erhabenheit und Größe dieses modernen sakralen Raumes auf sich wirken ließen. Die Festpredigt von Kreisdekan OKR Dr. Giegler war von Darbietungen des Posaunenchors und des Kirchenchors umrahmt, denen die herrliche Akustik des weiten und hohen Kirchenraumes doppelte Strahlkraft verlieh.

Nach dem Festgottesdienst versammelten sich die Ehrengäste und die Gastgeber im Gemeindesaal zum Austausch der Glückwünsche und der Dankesbezeugungen.

Zum Festkindergottesdienst um 15 Uhr war die ganze nichtkonfirmierte Jugend herzlich eingeladen. Zum Abschluss des Festtages hatten der Architekt und die Künstler sich bereit erklärt, um 17 Uhr in der Kirche vor der Erwachsenengemeinde ein persönliches Wort zu dem neuen Bau und den einzelnen Kunstwerken in und an ihm zu sagen.

So steht nun unsere neue Auferstehungskirche seitdem als ein weit über Nürnberg hinaus bewundertes Gesamtkunstwerk moderner sakraler Baukunst da, das als architektonisches Zeugnis des Auferstehungsglaubens Lockruf und Mahnruf in einer oft in plattem Materialismus versinkenden Zeit ist.

Die bald nach der Kircheneinweihung erfolgte Ernennung Pfarrer Dr. Eichners zum Kirchenrat wertete der Geehrte im "Auferstehungsboten" vom Januar 1965 als Ehrung der ganzen so opferfreudigen Gemeinde durch das Landeskirchenamt.

Am 15. November 1964 war für die folgenden sechs Jahre ein neuer Kirchenvorstand gewählt worden. Die Namen der gewählten Männer: Gotthold Barth, Otto Strunz, Simon Meyer, Otto Jakob, Walter Schaller, Hans Rapp, Fritz Struntz, Hans Pilhofer, Fritz Schneller, Dr. Heinz Weber, Simon Vogel.

Der Bau des Kindergartens für etwa 90 Kinder war seit November 1964 eine ausgemachte Sache. Mit seiner Planung wurde von der Gesamtkirchenverwaltung wieder Architekt Engelhardt, der Erbauer der neuen Kirche, betraut. Der Verkauf der alten Kirche im März 1965 machte den Weg für den Bau des Kindergartens endgültig frei. Im "Auferstehungsboten" vom April dieses Jahres konnte Dr. Eichner mit Genugtuung feststellen, dass mit der neuen Kirche der Gottesdienstbesuch erfreulich gestiegen sei. Auch in den Bibelstunden gebe es viele neue Gesichter.

Gefallenen_Tafel_webEin besonderes Anliegen, das ihn lange am Herzen gelegen hatte, konnte Pfarrer Dr. Eichner noch im Dezember 1965 realisieren: anstelle der Gefallenenschilde in der alten Kirche wurden aus deren kleiner Bronzeglocke zwei große quadratische Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen von Frau Rossner, einer bekannten Bildhauerin und Künstlerin unserer Gemeinde, in Verbindung mit der Bronzegießerei Kirchner in Ascholding geschaffen, die im Turn1durchgang die Erinnerung an die im Krieg gebliebenen Gemeindeglieder seitdem in würdiger Weise bewahren.

Nach 20 Jahren treuen Dienstes während schwerer Zeiten des Wiederaufbaus zusammen mit seiner stets hilfsbereiten lieben Gattin musste unser Kirchner Stefan Bürner am 1. Januar 1966 wegen Krankheit in den Ruhestand treten. Frau Ruckdeschel erklärte sich bereit, die Vertretung im Kirchenamt für die nächste Zeit zu übernehmen.

Ein zweiter Abschied war Ende Februar nach zweidreivierteljähriger Tätigkeit von Stadtvikar Weinmair zu nehmen, der ab 1. März 1966 auf die Pfarrstelle Münchenreuth im oberfränkischen Zonengrenzgebiet bei Hof berufen war. Am 2. März trat Stadtvikar Carsten Rüss aus Erlangen an seine Stelle. Seine Wohnung nahm er dem von der Gesamtkirchenverwaltung erworbenen neuen Pfarrhaus, Zwieseler Straße 7.

Ab Mitte des Jahres hatte die Gemeinde in Herrn Drechsel wieder einen hauptamtlichen Kirchner.

Am 16. September aber konnte endlich der Kindergarten nach wiederholten Verzögerungen durch Schwierigkeiten bei der Genehmigung der Planungseinzelheiten eingeweiht und eröffnet werden. In dem architektonisch schönen Flachbau fanden nun 90 Kinder unter der Obhut von vier Kindergärtnerinnen eine Betreuungsstätte, wo sie in pädagogisch und psychologisch behutsamer Weise auf ein Leben in der Gemeinschaft und in christlichem Geist vorbereitet werden.

Bei der Vollendung dieser Pflanzstätte für die ganzjunge Gemeinde hatte Dr. Eichner jedoch bereits die Abrundung des wachsenden Gemeindezentrums mit einem Altenwohnheim für etwa 50 Gemeindeglieder im Auge.

Der März 1967 brachte den Abschied von der allseits verehrten Gattin unseres Pfarrers Dr. Eichner. 13 Jahre lang hatte sie ihr unheilbares Leiden mit größter Geduld und Ergebenheit getragen. Wie hatte sie sich dabei für den Frauen-und Mütterdienst eingesetzt! Keiner wird je das helle Leuchten ihrer Augen vergessen, wenn sie sich in den letzten Jahren ihres Lebens immer wieder an den bestimmten Platz an der rechten Seite der Kirche fahren ließ: ein stilles, aber umso eindringlicheres Beispiel christlicher Gottergebenheit. Im selben März war die Erweiterung und Neugestaltung der alten Orgel von der Firma Kemper und Sohn, Lübeck, abgeschlossen. Der Organist Herbert Kornetzky wünschte sich, dass die neugestaltete Orgel dazu diene, der Gemeinde ihre Gottesdienste lieb und wert zu machen.

Eine wichtige Entscheidung für längere Zeit fiel im Monat April: die Wahl des 2. Pfarrers anstelle des Stadtvikars. Sie fiel auf Pfarrer Friedrich Daum von Weidhausen bei Coburg.

Nach der herzlichen Verabschiedung von Stadtvikar Rüß wurde Pfarrer Daum am 23. Juli 1967 als 2. Pfarrer von Dekan KR Kelber feierlich installiert und anschließend im kleinen Gemeindesaal im Kreis geladener Gäste zusammen mit seiner ganzen Familie herzlich begrüßt.

Seinen Dienst in der Gemeinde begann er am 27. August. Neben der Betreuung des 2. Pfarrsprengels oblag ihm auch diejenige der Jugendarbeit in der Gemeinde.

Am 3. Adventssonntag, dem 17. Dezember 1967, konnte nach einer Festpredigt von Pfarrer Fuchs vom Landesverband der Inneren Mission die feierliche Grundsteinlegung zu unserem Altenwohnheim um 10.45 Uhr vollzogen werden.

Im Mai 1968 konnten die letzten vier Bronzeplatten am Hauptportal der Kirche angebracht werden. Die Gemeinde besitzt seitdem mit diesem "Tor des Zeugnisses" von dem akad. Bildhauer Walter Ibscher ein ehernes Denkmal moderner Verkündigungskunst, das sich in seiner besonderen Gestaltungssprache mit den großen hochmittelalterlichen Kirchenportalen sehr wohl messen kann, was von sachkundigen Betrachtern aus nah und fern immer wieder bestätigt wurde.

Gleichzeitig konnten neben den Farbglasfenstern an der Altarwand nun auch die unteren Fenster an den Seitenwänden von dem akad. Maler Jakowitsch, Wien, farbig gestaltet werden, was den weihevollen Sakralcharakter des Kirchenraums noch zu vertiefen half.

Der 7. Dezember 1968 brachte schließlich mit der feierlichen Einweihung des "Julius-Schieder-Altenwohnheims" an der Rohrmattenstraße die Vollendung unseres vorbildlichen Gemeindezentrums. In festlichem Zug begaben sich die Heiminsassen in die Auferstehungskirche, in der dann der Leiter des Landesverbandes der Inneren Mission, KR Dyroff, Nürnberg, die Festpredigt hielt.

Nach dem Gottesdienst ging der Zug der Heiminsassen wieder zum Altenwohnheim, vor dem KR Pfarrer Dr. Eichner die Weihe des neuen Hauses vornahm, um dann die Grußworte der Ehrengäste entgegenzunehmen.

Voll Befriedigung und Dankbarkeit gegenüber Gott dem Herrn konnte so Pfarrer Dr. Eichner nach 30 Jahren emsigster Tätigkeit als Hirte seiner Gemeinde auf dieses Zentrum christlichen Lebens am Südostrand seines Gemeindebereichs blicken: Kirche, Pfarrhaus, Sakristei, kleiner Gemeindesaal, großer Gemeindesaal, Kindergarten und Altenwohnheim boten nun Heimstätten für alle Altersgruppen und alle Lebenslagen dieser in einem knappen halben Jahrhundert von einem kleinen Vorstadtdorf zu einem blühenden Stadtteil einer modernen Großstadt herangewachsenen evangelisch-lutherischen Gemeinde.

Zeuge_webIm September 1969 genehmigte der Kunstausschuss des Landeskirchenrats die Aufstellung des Bronzedenkmals eines Zeugen auf der Säule vor der Kirche.

Höhepunkt des Jahres wurde am 26. September 1969 das 40jährige Jubiläum unseres Kirchenchors unter seinem Leiter, Herrn Organist Kornetzky, in einem Festgottesdienst und einer Feierstunde um 17 Uhr am Nachmittag dieses Sonntags.

Im Dezember 1970 sieht Dr. Eichner die wichtigste Aufgabe des am 8. November neugewählten Kirchenvorstands darin, sich nach dem Abschluss des äußeren Aufbaus und Ausbaus der Gemeinde mit dem Pfarrer nun um den inneren Aufbau zu bemühen.

Nachdem die hochverdienten Herren Fritz Schneller, Fritz Struntz, Otto Strunz und Simon Vogel auf eine Wiederwahl verzichtet hatten, waren wiedergewählt worden: Gotthold Barth, Walter Schaller, Otto Jakob, Simon Meyer, Helmut Hörlbacher, Hans Pilhofer, und neu gewählt wurden Wolfgang Andreae, Dr. Ernst Heizmann und Gerhard Berr.

Im Rückblick auf Weihnachten 1970 meldete sich im Januar 1971 ein "Nothilfe-Team von Zabo" zu Wort, das bereits seit einem Jahrzehnt am äußersten Rand des Gemeindebereichs in aller Stille christliche Nächstenliebe praktiziert hatte: die Familien Hermelink, Herrmann, Otto Strunz, Barth und Frau Pfarrer Schmidt hatten zusammen mit jüngeren Gemeindegliedern einen Betreuungsdienst für die kinderreichen Familien des Obdachlosenlagers an der äußeren Regensburger Straße aufgebaut, wobei in der Gemeinde gesammelte Kleidungsstücke, aber auch Lebensmittel an die Bedürftigen weitergeleitet wurden. Dazu kam dann im Laufe der Zeit noch die Hausaufgabenbetreuung und an Weihnachten der Zubringerdienst mit PKWs zu der Weihnachtsbescherung für die Kinder der Obdachlosensiedlung am 3. Adventssonntag. Dieser Zubringerdienst holte die Kinder allerdings auch zu den gewöhnlichen Kindergottesdiensten.

Mit dem 70. Geburtstag von KR Dr. Eichner am 20. Juli 1973 neigte sich nach 35 Jahren unermüdlicher seelsorgerlicher und organisatorischer Tätigkeit im Dienste des Gemeindeauf- und -ausbaus die Ära D r. Günther Eichner ihrem Ende zu, aber er musste die 1. Pfarrstelle Zerzabelshof noch ein ganzes Jahr als Pfarrverweser betreuen, bevor die Auferstehungsgemeinde einen neuen 1. Pfarrer bekommen konnte.

Nach dem Tode unseres hochverdienten langjährigen Organisten und Kantors Herbert Kornetzky im Jahre 1972, hatten ein Jahr lang Herr Schuhmann, Herr Kramer und die Kindergottesdiensthelfer Bernhard Götz und Kurt Körner in dankenswerter Weise ausgeholfen, bis die Gemeinde im Herbst 1973 mit Frl. Christa Haase eine neue Organistin gewinnen konnte. Zum 1. Juli 1974 hat schließlich der Landeskirchenrat die 1. Pfarrstelle Nürnberg-Zerzabelshof wieder besetzt. Er schlug dem Kirchenvorstand den 2. Pfarrer in Weiden-St. Michael, Herrn Friedrich Rehm vor. Die Kirchenvorsteher stimmten seiner Ernennung denn auch geschlossen zu.

So verabschiedete sich KR Dr. Günther Eichner in dem Hauptgottesdienst vom 30. Juni 1974 mit einer Abschiedspredigt nach 36 Jahren als 1. Pfarrer von der ihm liebgewordenen Auferstehungsgemeinde.

 

Bilder:

1) Notkirche und Großer Gemeindesaal 1954 bis 1964

2) Pfarrer Dr. Eichner bei der Grundsteinlegung 1963

3) Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen

4) Bronzedenkmal des "Zeugen"

 

Lesen sie mehr zur Geschichte der Auferstehungsgemeinde im Artikel "Der 1. neue Pfarrer"

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